Auftragsbücher beim Handwerk in Berlin werden dünner - 26.03.2015


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„Wer einen Handwerker in seine eigenen vier Wände holt, soll auch weiterhin zwanzig Prozent der Arbeitskosten von der Steuer absetzen können“, fordert der Bezirksvorsitzende der IG BAU Berlin, Erhard Strobel (Foto).

Auftragsbücher beim Handwerk in Berlin werden dünner

IG BAU warnt vor Kürzung beim Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Handwerk und Hauseigentümer in Berlin nicht ausbremsen: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat sich gegen Kürzungen beim Steuerbonus für Handwerkerleistungen ausgesprochen. „Die Steuerermäßigung muss bleiben. Wer privat einen Maler oder Fliesenleger mit einer Modernisierung oder mit Reparaturen beauftragt, muss auch weiterhin die Möglichkeit haben, zwanzig Prozent der Arbeitskosten von der Steuer abzusetzen – und das bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 Euro jährlich“, sagt Erhard Strobel. Am Fördersatz oder am Höchstbetrag dürfe „nicht geschraubt werden“, so der Bezirksvorsitzende der IG BAU Berlin.

Strobel reagiert damit auf entsprechende Pläne der Bundesregierung. Das ursprüngliche Vorhaben der Großen Koalition: Das Absetzen von Handwerkerrechnungen drastisch zusammenstreichen, um mit dem eingesparten Geld Steuervergünstigungen für die Gebäudesanierung zu finanzieren. „Vorne geben, hinten nehmen“, so die IG BAU Berlin. Die Handwerker-Gewerkschaft warnt: „Wenn Haus- und Wohnungseigentümer künftig die Arbeit von Handwerkern kaum noch von der Steuer absetzen können, wird dies spürbare Folgen haben. Privatleute werden sich mit Investitionen zurückhalten. Und in Berlin werden die Handwerksbetriebe zwangsläufig weniger Aufträge bekommen“, so Erhard Strobel.

Der Handwerkerbonus sei eingeführt worden, um Hauseigentümern einen Anreiz zu geben, Aufträge regulär zu vergeben und Schwarzarbeit zu vermeiden. „Das hat auch gut funktioniert. Wer es mit der Bekämpfung von Schwarzarbeit ernst meint, darf hier nicht wieder in den Rückwärtsgang schalten“, so der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Es sei vollkommen unsinnig, eine bewährte Regelung zu kippen, nur um auf der anderen Seite Geld für die dringend notwendig Förderung der energetischen Gebäudesanierung freizuschaufeln. Mit einer seriösen Finanzpolitik habe dieser „Verschiebebahnhof“ nichts zu tun. Steuervergünstigungen für Handwerkerleistungen dürften nicht gegen Steuerermäßigungen für umwelt- und energiegerechte Modernisierungen ausgespielt werden.

„Kein Zweifel: Die Hängepartie bei der energetischen Gebäudesanierung muss beendet werden. Hier sind deutliche steuerliche Anreize überfällig, um auch in Berlin den Wohnungsbestand mit Blick auf die Klimaschutzziele energetisch fit zu machen. Dies muss allerdings ohne einen ‚faulen finanziellen Tauschhandel‘ laufen, der auf Kosten von Hauseigentümern, Handwerksbetrieben und deren Beschäftigten geht“, sagt Strobel.